Bist du ein Versager, wenn es um das Schreiben geht?



Du hast schon lange vor, diesen einen Roman endlich fertig zu schreiben. Vielleicht hast du ja auch mehrere angefangene Romanprojekte und nie hast du sie beendet. Immer gehst du begeistert an die Arbeit, machst dir einen Plan, dem du auch ein paar Tage folgen kannst, aber dann ist die Luft raus und es wird langweilig.


Du fängst an, es zu hassen, oder noch schlimmer: du hasst dich selbst. Wieder hast du es nicht gschafft. Wieder bist du an deine Grenzen gekommen. Du bist verzweifelt und glaubst, dass du nie ans Ziel kommen wirst. Dein Traum vom Schreiben wird sich nie erfüllen. Trotzdem bleibt er immer, löst sich nie auf, egal wie schlecht es dir damit manchmal geht. Der Traum vom Schreiben schlummert in dir, bricht irgendwann wieder auf, mit einer neuen Idee oder du versuchst es dann doch nochmal mit dem alten Projekt. Der quälende Kreislauf beginnt von vorn.


Der erste Rat, den ich dir geben möchte: Hör auf, dich selbst zu beschimpfen! Wir können zu uns so gemein sein. Stell dir nur mal vor, du wärst zu einem Freund oder einem Verwandten so fies wie zu dir selbst. Das hast du nicht verdient. Du bist definitiv kein Versager. Du steckst nur in einer leistungsorientierten Gesellschaft fest, die nicht unbedingt dazu passt, wie deine Kreativität tickt. Wie du tickst.


Ich kenne das! Auf meiner Website siehst du, dass ich an mehreren Romanprojekten arbeite und das sind nicht mal alle meine Ideen. Trotzdem habe ich gerade meinen Roman Stadt der Lügen veröffentlicht. An diesem Roman habe ich nicht durchgängig gearbeitet. Ich habe es versucht, mir die Zähne daran ausgebissen. Aber jetzt, fast fünf Jahre später, weiß ich, dass es totaler Quatsch für Leute wie mich ist, sich zu zwingen. Am Ende dauert es nur noch länger, den Roman fertigzustellen oder schlimmer: du brichst es ab, hörst vielleicht sogar ganz mit dem Schreiben auf, weil du glaubst, dass du es einfach nicht kannst.


Glaube mir, du kannst es. Nichts an dir ist falsch! Du bist wahrscheinlich hoch kreativ und verzweifelst an solchen linearen Romanschreibeplänen, die so voller schöner Versprechen sind: Schreibe jeden Tag 1000 Wörter und nach 90 Tagen ist dein Roman fertig. Wohl gemerkt, die Rohfassung!


Das habe ich auch durch. Den ersten Entwurf von Red Lilly, meiner Piratengeschichte, habe ich mir mühsam, Tag für Tag rausgequält. Drei Monate lang bin ich vier Uhr morgens aufgestanden, um die 1000 Wörter zu schreiben. Tatsächlich hatte ich danach die erste Fassung in der Hand, aber die war so gut wie sinnlos. Laaaangweilig! Nichts Kreatives, nichts Echtes, nur rausgepresstes Zeug, was irgendwie die Story vorantreiben sollte. Nichts, was ich mir unter einer guten Geschichte vorstelle. Es war viel zu oberflächlich! Ich war extrem enttäuscht von dem Ergebnis nach all der Qual.


Klar, kannst auch du so einen Text fertigstellen. Ich hätte diesen Artikel auch nennen können: "Wie du einen Roman schreibst, wenn du vier Uhr morgens aufstehst". Aber fühlt sich dieser beendete Roman dann wirklich echt an? Kommt die Geschichte aus deinem Inneren oder wirkt sie konstruiert, vorhersehbar? Das sind neben dem möglichen Selbsthass die Gefahren, wenn du dich zum Schreiben zwingst.


Erst als ich begriffen habe, dass ich meiner Intuition vertrauen darf, dass ich Projekte zur Seite legen und später fortführen darf, löste sich der Druck. Ich arbeite zyklisch, in immer wiederkehrenden Intervallen, und eben nicht linear, wie so viele andere Schriftsteller dort draussen! Ich folge meiner Energie, meiner Begeisterung, daraus nährt sich meine Kreativität.


Ich habe das immer wieder an mir beobachten können. Regelmäßig kehre ich zu den Projekten, die mir wirklich etwas bedeuten, zurück. Irgendwann kommt dieser Impuls und ich tauche wieder in die Geschichte ein. Ich habe neue, frische Ideen. Ich verstehe die Charaktere plötzlich besser und komme wieder ein ganzes Stück voran. Ich komme vor allem besser voran, als wenn ich mich zwingen würde, jeden Tag an der Geschichte zu schreiben und über einen langen Zeitraum nur an dieser einen Geschichte zu arbeiten.


Mein Tipp also an dich: Zwinge dich nicht! Höre auf deine Intuition. Beobachte deine Energielevel und worauf du gerade wirklich Lust hast. Alles macht mehr Freude und kommt in den Fluß, wenn du es auf deine Weise machst und du nicht gegen dich selbst ankämpfst.


Wenn du deine Kreativität stärken und das Vertrauen in deine Fähigkeiten als SchrifstellerIn verbessern willst, unterstütze ich dich.


AS Renner ist die Autorin des Romans Stadt der Lügen. Unter dem Pseudonym Sina Jasur hat sie mehrere Sachbücher zu Themen wie Minimalismus, Selfpublishing und Ernährung veröffentlicht. Darüber hinaus unterstützt sie als Coach für Intuitives Schreiben Kreative dabei, ihre eigene Stimme zu finden. Aktuell erhalten die Abonnenten ihres Newsletters das eBook "Intuitives Schreiben. Meine sieben Schritte zum Roman" kostenlos.


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