• AS Renner

Grusel-Leseherbst: Stephen King (Teil 1)

Spoileralarm!


Drei Bücher von Stephen King habe ich für meinen Gruselherbst-Lesespaß ausgeliehen:

1. Friedhof der Kuscheltiere*

2. Shining*

3. The Last Stand: Das letzte Gefecht*


Die Lese-Reihenfolge habe ich den Bewertungen angepasst, die die Bücher in der Bibliothek erhalten haben. Das bedeutet, ich habe mit dem am schlechtesten bewerteten Buch begonnen. Das war Friedhof der Kuscheltiere*.

Es war durchaus ein Page-Turner, ein Buch, dass ich schnell gelesen habe, aber gruselig fand ich es nicht, eher absolut traurig.

Im Vorwort zum Buch hat Stephen King selbst gesagt, dass es für ihn das Furchterregendste seiner Bücher ist. Vermutlich ist es der Gedanke, dass sein Sohn in einer ähnlichen Situation tatsächlich auch hätte sterben können und für die meisten Eltern - für mich auf jeden Fall - ist dies tatsächlich ein schrecklicher Gedanke: einen Moment nicht aufgepasst, einen Moment gezögert und dann ist es zu spät! Dann passiert es. Das macht den wahren Horror dieser Geschichte aus, weil diese Unfälle tatsächlich passieren, Kinder sterben.

Ich konnte natürlich verstehen, dass es für die Eltern extrem schmerzhaft ist, aber dass der Vater nun hingeht und sein Kind ausgräbt, egal zu welchem Preis - den Preis kannte ja der Vater schon - und ihm ein neues Grab schaufelt auf dem alten Indianerfriedhof, das fand ich dann schon eher unglaubwürdig, obwohl Stephen King dem Friedhof der Kuscheltiere auch eine magische Anziehungskraft zugeschrieben hat.

Jetzt lese ich gerade Shining*. Das finde ich schon gruseliger, weil ich mir so schön vorstellen kann, wie furchterregend es ist, für ein paar Wochen allein in einem leer stehenden Hotel zu leben, mitten in den Bergen, abgeschnitten von der Aussenwelt. Gleichzeitig finde ich den Gedanken durchaus gemütlich, wenn der Kamin dort brennt und die Küche mit Essen voll ist, im Grunde tatsächlich - und darum geht’s ja auch - ein super schreib Retreat-Ort für SchriftstellerInnen. 😉 Die Geister des Hotels sind wirklich gruselig. Vielleicht, weil ich eine blühende Fantasie habe. Mir geht das schon so, wenn ich gerade einen spannenden Film geguckt habe und dann nachts alleine in meiner Wohnung bin. Dann höre ich es überall knacken, die Schatten sind dunkler als sie sein sollten und mir rauben dann besonders Spiegel den letzten Nerv. Der Horror dieser Geschichte spricht mich einfach eher an.


Was ich bemerkenswert finde ist, dass Stephen King in Shining* viel von seiner Persönlichkeit mit hinein steckte, wie auch schon bei Friedhof der Kuscheltiere seine Gefühle als Vater. Das ist, was die Geschichten noch spannender für mich macht, wenn ich etwas Intimes vom Autor darin finde. Stephen King ist wie der Protagonist von Shining* Alkoholiker. Und bestimmt hat auch Stephen King schon einmal in seinem Leben diese unbändige, alles verzehrende Wut gespürt, die für manche so vernichtend endet.


Brandily Collins hat das in ihrem Buch Getting into Character* so schön beschrieben: Wir können uns als SchriftstellerIn in alles hinein versetzen, selbst Mord, denn jeder von uns hat schon diese Wut gespürt und gemordet, zum Beispiel, wenn uns eine Mücke nachts im Bett in den Wahnsinn trieb und wir sie mit einem Gefühl der Befriedigung tot geschlagen haben.


Insofern funktioniert Horror für uns Leser vielleicht dann am besten, wenn er auch für unsere persönliche Gefühlswelt nachvollziehbar und damit realistisch erscheint.


#lesen #buch #buecher #stephenking #grusel #horror #review #schreiben #schriftsteller #autor #schriftstellerin #autorin #leseherbst #lesevergnuegen


*Dieser Post enthält Affiliate-Links von Amazon. Klickst du auf solch einen Link und kaufst dort ein Produkt, bekomme ich eine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht.

4 Ansichten

​FOLLOW ME

  • Instagram
  • zwitschern

© 2019 by AS Renner. Erstellt mit Wix.com